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Vorkultur - Vermehrung durch Aussaat

Manche Pflanzen sollten geschützt vorgezogen und bei günstigeren Witterungsbedingungen ausgepflanzt werden. Solch eine Vorkultur braucht Zeit und macht Mühe, aber sie hat auch ein paar wichtige Vorteile. Die Pflanzen wachsen früher und schneller heran. Außerdem werden die frischen, jungen Pflänzchen aus der Direktsaat im Freiland oft von Schnecken bevorzugt und überleben manchmal die ersten Wochen gar nicht.

 


 

 

Aussaat

Es werden Schalen oder Anzuchttöpfe mit feinem, humusreichem Anzuchtsubstrat befüllt. Das Gefäß auf eine harte Fläche, wie einen Tisch, klopfen, damit sich das Substrat setzt. Anschließend die Erde leicht andrücken, damit sich keine Luftlöcher bilden, die die Wasserversorgung unterbrechen würden. Man muss jedoch darauf achten, dass das Substrat nicht so stark verdichtet wird, dass die Luft nicht mehr zirkulieren kann.

Nun die Samen gleichmäßig aussäen. Sehr kleines Saatgut kann mit etwas feinem Sand vermischt werden, dann lässt es sich gleichmäßiger verteilen. Große oder pillierte Samen kann man einzeln aussäen. Die Samen werden mit gesiebtem Anzuchtsubstrat bedeckt. Die Schicht sollte etwa so hoch sein, wie ein Samenkorn. Anschließend vorsichtig wässern, damit der Samen nicht weggespült wird. Hierfür eignet sich eine Sprühflasche mit Wasser.

Die Saat benötigt ein feucht-warmes Klima zum Keimen. Dafür eignet sich ein Gewächshaus im Garten, ein Zimmer-Gewächshaus oder man deckt Töpfe und Pflanzschalen mit durchsichtiger Folie oder einer Glasscheibe ab. Die Scheibe oder Folie darf jedoch das Substrat nicht berühren. Die Keimtemperatur sollte zwischen 22 und 27 °C liegen.

 

 

 

Nun muss man während der gesamten Keimzeit drauf achten, dass die Erde nicht austrocknet, aber auch nicht zu nass wird. Wassersprüher, die zerstäuben, haben sich für diese Zwecke bewährt. In einem Zimmer-Gewächshaus verdunstet kaum Feuchtigkeit, demzufolge muss auch weniger bewässert werden. Dafür muss regelmäßig gelüftet werden, damit kein Schimmel entsteht.

Einige Pflanzen benötigen Licht zum Keimen. Sie sollten jedoch nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden, denn durch die Sonneneinstrahlung kann es unter dem Glas so heiß werden, dass die Pflanzen eingehen.

Dunkelkeimer hingegen werden durch Licht sogar in ihrem Wachstum gehemmt. Sie sollten möglichst dunkel stehen, beispielsweise in nicht zu kalten Kellerräumen.

 


 

 

Pikieren

Ist der Keimling groß genug, dass er mit zwei Fingern gefasst werden kann, wird er pikiert, also vereinzelt. Denn wenn die Pflänzchen zu dicht beieinander wachsen, besteht die Möglichkeit, dass sie sich nicht ausreichend entwickeln, weil sie nicht genügend Nährstoffe und Licht bekommen. Zudem wird das Risiko von Pilzinfektionen erhöht.  Das Pikieren ermöglicht eine optimale Weiterentwicklung der Sämlinge mit ausreichend Platz, Licht und Nährstoffen.

Die neuen Pflanzgefäße werden mit lehmhaltiger Topferde befüllt und Lufteinschlüsse durch Andrücken der Erde beseitigt. Anschließend kleine Löcher mit einem Pflanzholz oder ähnlichem in die Erde machen. Kommen mehrere Sämlinge in einen Topf oder eine Schale sollte der Abstand zwischen den einzelnen Löchern etwa 5 cm betragen.

Um die Wurzel des Sämlings unbeschadet aus der Erde zu bekommen, lockert man die Erde im Pflanzgefäß indem man das Gefäß leicht gegen eine Tischplatte oder das Fensterbrett klopft. Dann fasst man die Pflänzchen vorsichtig an den Keimblättern und lockert mit einem Pikierholz oder einem Löffelstiel die Wurzel. Es sollte möglichst viel Substrat um die Wurzel erhalten bleiben.

Den Sämling in das Pflanzloch des neuen Gefäßes setzen und zwar nicht tiefer als vorher. Die Wurzeln müssen vollständig mit Erde bedeckt sein. Anschließend die Erde leicht andrücken und gut bewässern. Die Pflanzen werden an einem warmen, geschützten Ort weiterkultiviert. Damit sich die Wurzeln gut entwickeln, sollten die Pflanzen in den ersten Wochen nicht gedüngt, aber ausreichend bewässert werden.

 

 

 

 

Abhärten

Die bisher in feucht-warmem Klima wachsenden Jungpflanzen müssen vor dem Auspflanzen erst an die neuen Klimaverhältnisse im Freiland gewöhnt werden. Durch das Abhärten werden sie nach und nach unabhängig von der künstlichen Wärme und dem Schutz.

Man muss darauf achten, dass der Temperaturwechsel nicht zu groß ist, sonst stellen die Pflanzen unter Umständen das Wachstum ein und die Blätter färben sich gelb.

Die Pflanzen werden an einen geschützten Ort im Freien gebracht. Sie können mit Folie abgedeckt werden, in einem Folientunnel oder Glaskästen platziert werden. Bei gutem Wetter kann die Abdeckung tagsüber abgenommen werden, dann bekommen die Pflanzen ausreichend Luft und Licht und gewöhnen sich an die Witterungsbedingungen im Freiland.

 

 

 

 

Auspflanzen

Vor dem Auspflanzen den Boden gut vorbereiten. Die Erde lockern, am besten spatentief umgraben und feinkrümelig rechen. Ideal ist ein lockerer Boden, der etwas angedrückt wird, damit sich keine Lufteinschlüsse bilden.

Die Pflanze gründlich wässern und das Wasser etwa eine Stunde abfließen lassen. Dann dreht man den Topf um und hält die Pflanze zwischen den Fingern vorsichtig am Stiel. Mit etwas Klopfen am Blumentopf lockert man Erde und Wurzelballen und kann die Pflanze entnehmen. Befinden sich mehrere Pflanzen in einem Gefäß, lockert man ebenfalls das Substrat und trennt die Wurzeln der einzelnen Pflanzen ganz vorsichtig mit den Fingern, wobei möglichst viel Erde an den Wurzeln verbleiben sollte.

Das Pflanzloch muss groß genug sein, dass die Wurzeln ausreichend Platz darin haben. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen ist von der zu erwartenden Größe bzw. Breite abhängig.

Die Pflanze wird genauso tief in das Loch gesetzt, wie sie vorher im Pflanzgefäß stand. Die Erde leicht andrücken, aber nicht zu sehr verdichten, damit die Luft noch zirkulieren kann. Mit einer möglichst feinen Brause bewässern, damit die Erde nicht weggeschwemmt wird.

 

 

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