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Stecklinge - Vermehrung von Pflanzen

Die Vermehrung durch Stecklinge ist keine natürliche, sondern eine künstliche Methode. Die Stecklinge oder auch Steckhölzer können aus Trieben, Triebspitzen, Blättern oder Wurzeln geschnitten werden.

Die Stecklinge werden in ein gefärbtes Wasserglas oder in ein Substrat aus feuchtem Sand und Torf gesteckt. Das Substrat sollte locker und nicht zu nährstoffreich sein, da sonst das Blattwachstum zu Lasten des Wurzelwachstums gefördert wird. Das Substrat darf nicht austrocknen, aber auch nicht zu feucht sein, denn dann faulen die Stecklinge.

Gleichmäßige Wärme zwischen 20 und 25 °C beschleunigen die Wurzelbildung, besonders wenn sie von unten kommt. Wenn man diese idealen Bedingungen von Hause aus nicht bieten kann, könnte die Anschaffung einer Bodenheizmatte von Vorteil sein.


 

 

Die Luft sollte möglichst feucht sein. Dies erreicht man entweder durch das Darüberstülpen einer luftdurchlässigen Plastikhaube oder ein Plätzchen im Zimmer-Gewächshaus oder im geschlossenen Vermehrungskasten. Werden die Stecklinge direkt ins Freiland gesetzt, empfiehlt sich ein durchsichtiger Folientunnel.

Bewurzelungsmittel können die Wurzelbildung noch beschleunigen, sind in Deutschland jedoch nur schwer erhältlich.

Die Stecklinge bilden im Vermehrungssubstrat sehr bald Wurzeln und wachsen zu einer mit der Mutterpflanze identischen neuen Pflanze heran. Genetische Merkmale gehen bei dieser Vermehrungsmethode nur selten verloren. Dazu ist es jedoch erforderlich, dass die jeweilige Pflanzenart zur Bewurzelung, also zur natürlichen Bildung von Ablegern, überhaupt fähig ist.

Besonders günstig für das Schneiden von Stecklingen ist trübes, nicht zu warmes Wetter. Die Mutterpflanze sollte möglichst kräftig und gesund sein. Das Schnittwerkezug, Messer oder Gartenschere, muss sauber und scharf sein.

Ist der Steckling bewurzelt, kann er einzeln in einen Topf gepflanzt und weiterkultiviert werden. Bevor er ins Freiland kommt, sollte er langsam abgehärtet werden, um sich an die neuen Witterungsbedingungen zu gewöhnen.

 

 

 

 

Kopfsteckling

Kopfstecklinge sind Stängel mit einigen Blättern und einer Triebspitze. Sie wachsen in der Regel am besten an und werden deshalb gern verwendet. Vor allem Balkonpflanzen oder Kräuter lassen sich so bequem vermehren.

Die Kopfstecklinge werden im Frühjahr etwa 5 – 10 cm vom Ende des Triebes schräg abgeschnitten, am besten etwa 0,5 cm unterhalb eines Knotens. Sofern möglich sollte man Triebe ohne Knospen und Blüten wählen oder sie zumindest entfernen, denn sie verhindern die Wurzelbildung.

Der Steckling sollte mindestens zwei Knoten und 4 – 6 Blätter besitzen, wovon die untersten 2 Blätter entfernt werden. Der Steckling wird bis über die unteren Blattansätze in die Erde gesteckt und anschließend bewässert.

 


 

 

Triebstecklinge

Triebstecklinge setzt man vor allem bei der Vermehrung von Stauden, Koniferen oder Knollenpflanzen ein. Sie werden je nach Reifegrad des Gewebes in Grünstecklinge, Stecklinge mit noch grünem Holz, halbreife Stecklinge oder verholzte Stecklinge unterschieden. Je jünger und grüner das Gewebe ist, desto leichter lassen sich die Triebe bewurzeln, jedoch sind sie auch umso welkeanfälliger.  Grünstecklinge werden im Frühjahr,  Stecklinge mit noch grünem Holz im Frühsommer, halbreife Stecklinge im Spätsommer und verholzte Stecklinge erst gegen Ende der Vegetationsperiode, im Herbst, geschnitten.

Der Schnitt sollte unmittelbar unterhalb eines Knoten oder Blattansatz erfolgen, dort ist die zellenbildende Gewebeschicht, das Kambium, am aktivsten. Die Länge des Stecklings richtet sich nach der Pflanzensorte. Der Steckling sollte etwa 5 – 6 Knoten besitzen. Die unteren Blätter sind zu entfernen, 3 Blätter können am Steckling verbleiben. Bei halbreifen und verholzten Stecklingen sollte außerdem etwa 3 cm Rinde an der Basis des Stecklings entfernt werden.

Achselstecklinge werden vor allem für die Vermehrung von Sträuchern mit markigen oder hohlen Triebe verwendet. Sie werden im Spätsommer von halbreifem Holz geschnitten. Optimal ist ein reifer, diesjähriger Spross mit vorjährigem Holz an der Basis. Die Trieblänge richtet sich auch hier nach Pflanzensorte, beträgt im Durchschnitt jedoch etwa 10 cm. Die unteren Blätter werden entfernt.

Steckhölzer werden vor allem für immergrüne und laubabwerfende Sträucher genommen. Die Steckhölzer werden aus verholzten Trieben des diesjährigen Wuchses geschnitten, vorzugsweise zum Ende der Vegetationsperiode, im Herbst. Das Steckholz sollte ca. 15 cm lang und etwa so dick wie ein Bleistift sein. Oben und unten sollte er knapp über bzw. unter einem Augenpaar geschnitten sein. Die Blätter komplett oder zumindest in den unteren zwei Dritteln entfernen. Große Blätter müssen gekürzt werden, um die Blattverdunstung zu reduzieren. Die Rinde an der Basis etwas entfernen.

 

 

 

 

Blattstecklinge

Manchen Pflanzen lassen sich aus einem Steckling aus Blättern mit Stiel, ohne Stiel oder aus Blattstücken vermehren. Vor allem große Pflanzenblätter können in Stücke geschnitten und in Substrat gesteckt oder darauf befestigt werden. Bei nicht zerteilten Blättern müssen die Blattadern durchschnitten werden. An dem Blatt bilden sich an den durchtrennten Äderchen Wurzel und es entsteht eine mit der Mutterpflanze identische neue Pflanze. Das ursprüngliche Blatt stirbt nach einer Weile ab. So lassen sich beispielweise Begonien und Bogenhanf vermehren.

Blattstecklinge entwickeln sich am besten in gespannter Luft, denn dann reduzieren sie ihre Blattverdunstung. Durch die noch fehlenden Wurzeln ist es sonst schwer für ausreichend Wassernachschub zu sorgen. Eine gespannte Luft erzeugt man, indem man eine dichte, jedoch luftdurchlässige Haube, beispielweise eine Plastiktüte, über den Blumentopf stülpt. Die Haube darf den Steckling nicht berühren, sonst besteht Fäulnisgefahr.

 

 

 

 

Wurzelschnittlinge

Pflanzen mit fleischigen Wurzeln lassen sich in der Ruheperiode, die im Spätherbst beginnt,  gut durch Wurzelschnittlinge vermehren. Hierfür verwendet man junge, kräftige und vor allem gesunde Wurzeln der Mutterpflanze mit  5 mm Durchmesser oder mehr. Die faserigen Seitenwurzeln werden entfernt und die Wurzel oben flach und unten an der Wurzelspitze schräg abgeschnitten. Die Länge richtet sich nach dem Durchmesser des Wurzelstücks. Je dünner die Wurzel desto länger sollte sie sein, zwischen 5 und 15 cm.

Die mit Fungizid bestäubten Wurzelschnittlinge werden dann mit der schrägen Seite nach unten in Vermehrungssubstrat gesteckt, so dass gerade noch das gerade Ende der Wurzel zu sehen ist.  Sträucher, wie Eibisch, Brombeere oder Himbeere lassen sich so vermehren.

 

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