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Arten und Methoden zur Veredelung von Pflanzen für den eigenen Garten - Okulation, Kopulation, seitliches Anplatten, Spaltpfropfen und Chip-Veredelung

Okulation

Bei der Okulation wird nicht ein ganzes Teilstück sondern nur ein Auge veredelt.  Dies geschieht während der Vegetationsperiode, da die Unterlage zu diesem Zeitpunkt  im Saft steht und die Rinde sich gut vom Holz lösen lässt, so dass das Auge hinter die Rinde geschoben werden kann.

Da die Knospen des Edelreises für die Okulation ausgereift sein müssen, wird in der Regel in der zweiten Sommerhälfte veredelt. Vorzugsweise bei kühlem, feuchtem Wetter. War der vorherige Zeitraum zu trocken, hat die Pflanze unter Umständen zu wenig Saft und das Holz ist zu trocken. Mit regelmäßiger Bewässerung bei anhaltender Trockenheit kann man dem rechtzeitig entgegenwirken.


 

 

Das Auge wird mit einem dünnen Fortsatz knapp über der Basis herausgeschnitten. Bei Rosen sollte die Länge etwa 1 bis 2 cm, bei Obst 2 bis 4 cm betragen. An der Unterlage wird ein Schnitt ausgeführt, der durch die Rinde,  aber nicht durch das Holz geht. Bei Rosen wird dieser Schnitt am Wurzelhals, bei Obst etwa 15 cm über der Erdoberfläche in einen einjährigen, verholzten Trieb vorgenommen. Es empfiehlt sich ein sogenannter T-Schnitt. Mit der stumpfen Seite des Messers kann die Rinde vorsichtig angehoben werden. Dabei ist darauf zu achten, dass weder Rinde noch Holz beschädigt werden. Das Auge wird vorsichtig in den T-Schnitt eingeführt. Es muss nach oben zeigen. Noch sichtbare Enden vom Fortsatz oder Blattstiel werden entfernt. Um das Auge zu befestigen und die Veredelungsstelle vor Austrocknung und  Schmutz zu schützen, wird sie mit speziellen Gummiverschlüssen oder feuchtem Bast verschlossen.

Die Okulation muss zügig ausgeführt werden, damit Auge und Unterlage nicht austrocknen.

Schwillt das Auge an, ist es erfolgreich angewachsen. Im nächsten Winter sollte die Veredelungsstelle zum Schutz vor Kälte mit Erde angehäufelt werden. Treibt das Auge im Frühjahr aus, wird die Pflanze oberhalb des Auges abgeschnitten und das veredelte Auge treibt durch den Saftdruck verstärkt aus.

 

 

 

 

Kopulation

Diese Veredelungsmethode wird in der Ruhezeit der Pflanzen ausgeführt. Unterlage und Edelreis sollten annähernd den gleichen Durchmesser haben.

Bei der einfachen Kopulation erhält die Unterlage einen 5 bis 8 cm langen Schrägschnitt. Passend dazu wird auch das Edelreis schräg angeschnitten. Unterlage und Edelreis müssen so miteinander verbunden werden, dass die Kambiumschichten aufeinander liegen.

Etwas aufwendiger ist die Kopulation mit Gegenzunge. Bei dieser Methode werden Unterlage und Edelreis ebenfalls schräg angeschnitten, zusätzlich werden längs der Schrägschnitte flache Zungen herausgeschnitten. So können die Gehölze ineinander geschoben werden. Dies ermöglicht eine stabilere Verbindung und ein schnelleres Zusammenwachsen.


 

 

Seitliches Anplatten

Durch das seitliche Anplatten können Sommer- und Winterveredelungen bei immergrünen und laubabwerfenden Gehölzen vorgenommen werden. Als Unterlage dienen ein- oder zweijährige Sämlinge mit bleistiftdicken Trieben. Der Stamm der Unterlage wird auf 30 cm gekürzt. Einjährige, kräftige Sprosse mit etwas reifem Holz dienen als Edelreiser. Sie werden auf eine Länge zwischen 15 und 20 cm gekürzt. An der Basis wird auf der einen Seite ein etwa 3 bis 4 cm langer, schräger Schnitt gemacht und auf der anderen Seite ein kleiner keilförmiger Einschnitt.

An der Unterlage wird von der äußeren Holzschicht ein Span herausgelöst, der der Größe des Edelreises entspricht. Nun werden Unterlage und Edelreis mit Bast oder Veredelungsband so miteinander verbunden, dass die Kambiumschichten aufeinander liegen.

Beginnt der Edelreis zu wachsen, wird das Veredelungsband entfernt und der Stamm der Unterlage oberhalb der Veredelungsstelle zurückgeschnitten.

 

Spaltpfropfen

Das Spalt- oder Keilpfropfen wird während der Vegetationsruhe, im Winter, ausgeführt. Hierbei wird ein Teilstück mit mehreren Augen veredelt.

Kräftige, einjährige, bleistiftdicke Triebe mit gesunden Augen werden als Edelreis verwendet. Sie werden in einem Plastikbeutel an einem kühlen Ort, wie dem Kühlschrank, gelagert, um die Entwicklung zu verzögern.  In die Unterlage wird ein senkrechter Schnitt gemacht, das Edelreis wird kegelförmig zugespitzt und in den Spalt in der Unterlage gesteckt, so dass die Kambiumschichten aufeinander liegen. Mit Bast oder Veredelungsband verbinden und das Edelreis oben mit Baumwachs versiegeln.

 

 

 

 

Chip-Veredelung

Bei der Chipveredelung wird lediglich ein Auge veredelt. Diese Methode wird während der Vegetationsperiode, im Frühjahr oder Sommer, ausgeführt. Aus der Unterlage wird ein reifes Holzstück herausgeschnitten. Von einem passenden einjährigen Edelreis wird ein genau in die Stelle der Unterlage passender Holzspan mit einem Auge herausgelöst. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Kambiumschichten nicht beschädigt werden und beim Einsetzen des Auges aufeinander liegen. Anschließend wird die Stelle mit Bast oder einem Gummiband fixiert. Bei der Veredelung im Frühjahr sollte die Verbindungsstelle mit Baumwachs versiegelt werden, was im Sommer jedoch nicht notwendig ist.

Schwillt das Auge an, sind Unterlage und Edelreis so fest miteinander verbunden, dass die Fixierung gelöst werden kann. Im nächsten Winter wird die Unterlage zurückgeschnitten.

 

 

 

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