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Vermehrung von Pflanzen durch Absenker oder Ableger

In der Natur findet man diese natürliche Art der Vermehrung auch ohne Eingriff des Menschen. Jedoch sind nur bestimmte Pflanzensorten dazu in der Lage.

Beim Ablegen oder Absenken wird die Wurzelbildung gefördert, indem ein Trieb der Mutterpflanze mit Erde bedeckt wird. Sobald sich ein ausreichendes Wurzelwerk gebildet hat, wird der Trieb von der Mutterpflanze getrennt und weiterkultiviert.

 


 

 

Beschleunigung der Bewurzelung

Es gibt einige Faktoren, die die Bewurzelung beschleunigen können. Vor dem Ablegen oder Absenken kann der Trieb eingekerbt, geringelt oder gedreht werden. Dies unterbricht die Wuchsstoff- und Kohlenhydratversorgung und beeinflusst die Wurzelbildung positiv. Spezielle Bewurzelungshormone, an der Basis der Ableger oder Absenker aufgebracht, regen die Bildung von Wurzeln an. Bei Lichtmangel werden die Zellwände dünner, dies erleichtert ebenfalls die Bewurzelung.

 

Methoden

Man kann den Trieb in die Erde ablegen, mit Erde anhäufeln oder ihn mit feuchtem Material umgeben, auch abmoosen, genannt.

 

Absenken

Beim einfachen Absenken wird der Trieb in die Erde abgesenkt, während er noch mit der Mutterpflanze verbunden ist. Der beste Zeitraum hierfür ist Herbst bis Frühjahr. Macht man an der Unterseite des Triebes einen kleinen, schrägen Schnitt werden sich dort rasch Wurzeln bilden. Das Triebende befindet sich oberhalb der Erde und kann an einem Stab befestigt werden. Ist der Trieb ausreichend bewurzelt, kann er von der Mutterpflanze getrennt werden.

Bei nicht ganz so biegsamen Trieben kann man die langen, jungen Triebe auch wellenförmig absenken und ggf. mit Klammern im Boden befestigen. Die Knospen bleiben oberhalb der Erdoberfläche, damit sich Luftschößlinge bilden.

 

 

 


 

 

Ableger

Ein Ableger entwickelt sich aus einem einjährigen Trieb, der im Winter oder Frühjahr in eine etwa 10 cm tiefe Rinne in der Erde gelegt und mit Klammer waagerecht fixiert wird. Hierbei muss man äußerst vorsichtig sein, dass an der Basis des abgelegten Triebes keine Bruchschäden entstehen. Vorerst bleibt die Rinne mit dem Zweig offen. Erst wenn die auf der Oberseite entstandenen Neutriebe über die Erdoderfläche hinausragen, wird die Rinne vorsichtig mit Erde bedeckt.

Bis zum Herbst haben sich dann kräftige Triebe mit Wurzeln gebildet, die von der Mutterpflanze abgetrennt und an ihren endgültigen Standort verpflanzt werden können. Vor allem starktriebige Gehölze eignen sich für diese Art der Vermehrung.

Manche Sträucher oder Kletterpflanzen bewurzeln auch die Triebspitzen. Hierfür kann man im Sommer eine junge, kräftige Triebspitze etwa 7 – 10 cm tief eingraben.

Erdbeerblüte-2

Ausläufer

Einige Pflanzen, wie beispielsweise Erdbeeren, entwickeln auf ganz natürliche Weise zahlreiche ober- oder unterirdische Ausläufer, an deren Knoten sich Wurzeln bilden und mit der Mutterpflanze identische neue Pflanzen entstehen.

Die Verbindungsstücke zur Mutterpflanze können dann abgetrennt werden oder sie sterben nach einer Weile von ganz alleine ab. Die kräftigsten Jungpflanzen können ausgegraben und an einen neuen Standort gepflanzt werden, wo sie mehr Platz haben. Sind mehr Ausläufer vorhanden, als Pflanzen benötigt werden, sollten diese entfernt werden, da sie kräftezehrend für die Mutterpflanze sind.

Abmoosen

Das Abmoosen wird vor allem bei Gehölzen angewandt. Es ist jedoch ein sehr aufwendiges Verfahren. Im Frühjahr oder Sommer wird ein mehrjähriger Trieb etwa bis zur Hälfte schräg eingeschnitten. Der Spalt wird mit einem unverrottbaren Keil offen gehalten und mit einem saugfähigen Material, wie feuchtem Moos oder Zellstoff umwickelt, darüber eine Plastikfolie, damit die Feuchtigkeit nicht so schnell verdunstet .

Man kann auf den Schnitt auch Bewurzelungshomone zur Beschleunigung der Wurzelbildung geben. Das Material um die Schnittstelle darf in den nächsten Wochen nicht austrocknen. Haben sich kräftige Wurzeln entwickelt, wird der Trieb entfernt und weiterkultiviert.

 

 

 

 

Abrisse

Im Hobbygarten wird diese Methode nur selten vorgenommen, kann jedoch beispielweise für die Vermehrung von Hortensien verwendet werden. Eine junge Mutterpflanze wird im Winter oder Frühjahr bis etwa 5 cm über dem Boden zurückgeschnitten, damit die Triebbildung aus der Sprossbasis angeregt wird.

Sind die Triebe auf eine Länge von etwa 15 cm gewachsen, können sie mit Erde angehäufelt werden. Dieser Vorgang wird im Sommer zweimal, jeweils nach drei Wochen wiederholt. Bis zum Herbst haben sich an den mit Erde angehäufelten Trieben Wurzeln gebildet. Diese Abrisse können dicht an der Basis abgeschnitten -  nicht abgerissen - werden.

 

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